In Spanien erlebt der Bausektor trotz zunehmender Bautätigkeit einen erheblichen Fachkräftemangel. Während vor der Krise 2008 ein Überangebot an Arbeitskräften herrschte, gestaltet sich die Situation im Jahr 2026 anders.
Junge Menschen scheuen die körperliche Anstrengung, während ältere Arbeitnehmer in Rente gehen. Dieser Mangel wird voraussichtlich durch ausländische Arbeitskräfte kompensiert, um die Nachfrage nach modernen Wohnungen zu decken.
Laut La Razón fehlen derzeit 700.000 qualifizierte Maurer, was zu Projektverzögerungen und steigenden Baukosten führt. Der Anteil der Beschäftigten im Baugewerbe ist seit der Krise von 14 % auf unter 7 % gesunken. Nur 11 % der 1,53 Millionen Beschäftigten sind unter 30 Jahre alt, während 22 % über 55 Jahre alt sind.
Unternehmen suchen verstärkt nach Mitarbeitern mit technischen und digitalen Kenntnissen, was die Innovation verlangsamt. Der Europäische Wiederaufbaufonds (Next Generation EU) fördert energetische Sanierungen und bezahlbaren Wohnraum, was die Nachfrage weiter erhöht. Die Baukosten sind bereits um 5,4 % gestiegen, und geopolitische Spannungen verteuern Baumaterialien um 9 % bis 12 %.
Für ausländische Hauskäufer bedeutet dies längere Wartezeiten und höhere Kosten. Fertigbau und industrialisiertes Bauen könnten eine Lösung darstellen, da sie unter kontrollierten Bedingungen in der Halle gefertigt werden. Die Regierung fördert den industriellen Wohnungsbau. Die Baubranche steht vor der Herausforderung, den Arbeitskräftemangel zu beheben und sich an digitale Anforderungen anzupassen, um das Wachstum nicht zu gefährden.
Quelle: Agenturen




